Tag 13 – 19 Kristiansand – Stavanger

Ich liege auf einem Bett in einem Hostel in Stavanger und denke darüber nach, was dies für eine Reise sein soll. Man denkt, na klar, eine Fahrradweltreise! Doch es gibt Unterschiede.

Ich bin in Norwegen angekommen und das erste, was mir zu diesem Land einfällt, ist, dass meine gesamte Fahrradelektrik zusammengebrochen ist. Weder Rück- noch Frontlicht funktionieren und auch der Forumslader spendet keinen Saft mehr, seit ich am Strand entlang gefahren bin. Ich komme um 0:45 Uhr in Kristiansand an und fahre noch schnell 7 Kilometer zu einem Platz, den ich mir auf GoogleMaps ausgesucht habe, um mein Zelt aufzubauen. Auf meine Beleuchtung bin ich dank der durchgehenden Straßenbeleuchtung nicht angewiesen. Der Platz liegt direkt an der E39 (hier in Kristiansand wie eine Autobahn ausgebaut). Ich brauche nicht mal meine Stirnlampe zum Aufbauen des Zeltes, weil eine Straßenlampe den Platz komplett ausleuchtet. Die Schallschutzwand, die ich auf GoogleStreetView gesehen habe, entpuppt sich als Sichtschutz ohne schallisolierende Wirkung. Ich falle bald in die Luftmatratze und kann nicht einschlafen, die Zeitumstellung raubt mir eine weitere Stunde meines Schlafes, es wird wieder kalt.

Nach vier Stunden Schlaf folge ich dem Track auf meinem Navi, komme an einem Supermarkt vorbei, der geschlossen ist: Sonntag. Eine Tankstelle hat auf und ich nutze das freie Wlan, um zum einen meinen Blockbeitrag hochzuladen und zum anderen mit Jürgen via Face Time zu frühstücken. Die Stadt treibt mich vor sich her. Straßen, Häuser, Zivilisation wuchert über Landschaft und Felsen, die ihre Schönheit nicht mehr zu Tage bringen können. Ich will Norwegen sehen. Es ist bestimmt auch die Euphorie des Schlafentzuges, dass es mich bald auf´s Fahrrad treibt.

Häuser verschmelzen mit den Felsen
Berge uns Wasser

Ich fahre, ohne zu merken, dass meine Energiereserven sich erschöpfen. Die Wege halten sich entlang der Küste, es geht kleine Hügel hinauf und wieder hinunter. Häuser klammern sich über dem Wasser an die Felsen, Wälder wechseln sich mit steilen Wiesen ab. Das Wetter ist bestens und ich kann mich nicht sattsehen. Nach 53 Kilometern (oder muss ich die 7 Kilometer vor meinem Schlaf mit hinzuzählen?) wechselt die Eurovelo 1 vom Asphalt auf einen steilen Sandweg: Gamle Postenvejen. Der Alte Postweg hat es in sich, jäh sind meine Energiereserven am Ende. Nach 400 m und 60 Höhenmetern bin ich am Ende und eine kleine Wiese kommt wie gerufen, um mein Zelt aufzubauen. Erschöpft mache ich mir noch etwas zu essen und unterhalte mich nebenbei mit Norwegern, die hier spazieren gehen.

Jeder Tag ist anders und doch dieser Tag hat etwas Unbestimmtes: Wann hat er angefangen, wieviel Kilometer bin ich heute gefahren. Vollgestopft mit schönen Bildern bin ich am Ende doch erschöpft. Sollte Reisen nicht Kraft geben? Wer bin ich in dieser Landschaft? Ich will eine Antwort auf diese Fragen, egal, ob es eine gibt. Wer wäre ich sonst, wenn nicht in dieser Landschaft.

Gamle Postenvejen

Es wird nachts kalt – unter den Gefrierpunkt – und wider Erwarten, sind es nicht die Geräusche, die mich am Schlafen hindern, sondern die kalte Nase. Ich schlafe immer sehr unruhig, wälze mich hin und her und jedesmal öffnet sich der Kragen meines Schlafsackes. Die Wärme meines Körpers entweicht aus der Daunenhülle, im Schlafsack wird es kalt und ich bin wach. 

Gratis Eiscreme

Am nächsten Tag geht es weiter. Ich schiebe die steilen Schotterwege hoch. Am Ende sind es nur lächerliche 120 Höhenmeter, die es nach oben geht und der wunderschöne Weg endet bereits nach 3 Kilometern, als ein Schild an einer Firmenhalle verkündet: Kostenloses Eis und Getränke für Radfahrer. Sieh´ das Gute liegt so nah. Nach einem kurzen Zögern betrete ich einen Verkaufsraum für Reitsportartikel. Zunächst ist keiner zu sehen und gerade, als ich mich ratlos wieder zum Gehen wenden will, kommt eine Frau aus dem Lager und sieht mich erstaunt an. Es entsteht ein interessantes Gespräch:

– Sie glaubt, dass fast alle Radfernreisenden auf der Eurovelo1 hier reinschauen: Ich bin dieses Jahr der Erste. Die Saison beginnt frühestens Ende April.

– Wir kommen auf meine verlorene Jacke zu sprechen und sie zeigt mir die Auswahl für Reiter. Dale of Norway? Kennt sie nicht. Ich zeige ihr Fotos aus dem Netz. Ein erkennendes Aufleuchten in ihren Augen: Eine deutscher Hersteller, ist sie der Meinung. Sie recherchiert kurz und stellt erstaunt fest, dass es eine norwegische Firma ist: „Omas stricken sowas für ihre Enkel und die ziehen sie nicht an“, sagt sie – Touristenzeug. Sie empfiehlt mir Bekleidung von Ullvang (norwegischer Skiläufer), die sei toll.

– Auf meine Offenbarung, dass ich mich nach einer Dusche sehne, meint sie: kein Problem und zeigt mir die Dusche der Angestellten: nur ein Mitarbeiter nutze diesen, nachdem er die Pferde versorgt habe. Es findet sich sogar ein Handtuch für mich.

Nach dem Duschen wollte ich eigentlich nur noch kurz mein dreckiges Geschirr abwaschen und gerate unversehens im Sozialraum in eine dreifache Geburtstagsfeier und muss Kuchen essen. Es hätte mich stutzig machen sollen, dass ich nach einem Stück bereits ein Völlegefühl habe.

Um 13:00 Uhr reiße ich mich von dieser herzlichen Gesellschaft los und steige wieder aufs Rad. 25 Kilometer und zwei Stunden später scheitere ich an einer 40 Meter hohen Erhebung: Ich muss zwei Mal anhalten und zu Kräften kommen. Auf der anderen Seite erwartet mich ein Paar beim Laubharken neben einem Schild, dass ein Zimmer zum Vermieten anpreist. Kurzerhand habe ich ein Limit im Kopf und frage nach dem Preis. Ich handel dann noch Verpflegung mit raus und sitze eine viertel Stunde später in einem unvorbereitetem Gästezimmer über der Garage, dass ich mir mit einem Tischkicker, einem Laufband und diversen Kommoden, die auf eine andere Verwendung warten teile: egal.

Meine Kräfte setzen sich in Beziehung zur Landschaft. So funktioniere ich nicht: Zu wenig Schlaf, zu wenig Essen, zu viele Kilometer, zu niedrige Temperaturen, zu viel Gewicht auf dem Rad. Ich kämpfe nicht gegen die Landschaft, ich kämpfe gegen mich. Dieser Kampf verlangt nicht Antworten, sondern Entscheidungen, doch mir fehlen noch die Erfahrungen, die es ermöglichen einen Weg zu wählen.

Seit Aarhus fahre ich jetzt jeden Tag: Ich brauche einen Ruhetag, doch nicht hier, wo das Wlan über ein Mobiltelefon hergestellt wird. Die Gastgeberin hilft mir einen Bus zu organisieren von Lyngdal nach Eggersund.

Vom Gästezimmer nach Lyngdal sind es 15 Kilometer, die zunächst hart erkämpft werden müssen: Ein Berg von 247 Meter Höhe muss überwunden werden. Doch das reichhaltige Essen und ein halber Tag Ruhe stimmen mich zuversichtlich. Für die zwei Kilometer Anstieg nehme ich mir vor, alle 400 Meter eine Pause zu machen. Ich kriege den Kopf frei und beginne von den Golfbällen (Vermessungspunkte) am Wegesrand Filmaufnahmen zu machen und ehe ich mich versehe, bin ich über den Berg.

Auf dem Weg nach oben.
Altes norwegischens Bauernhaus
Jugendstil in Lyngdal

In Lyngdal gehe ich zuerst Lebensmittel einkaufen, auch wenn der nächste Sonntag erst mal weit weg ist. Wer weiß, wann ich auf den nächsten Supermarkt treffe. Dann gehe ich in einen Sportartikelmarkt, um eine neue Jacke zu kaufen. Ich muss feststellen, dass Wäsche aus Merinowolle in Norwegen unschlagbar günstig ist. Am Ende entpuppt sich das billigste Polyesthermodell aus dem Angebot als das passendste.

An der Bushaltestelle ist mein Bus nicht angeschlagen, was mich immer wieder misstrauisch macht und jeden Wartenden um seine Meinung bitten lässt. Alle sind sich einig, der Bus hält hier an dieser Haltestelle und das tut er auch. Nach eineinhalb Stunden steige ich in Krossmoen aus und habe noch 13 Kilometer Radfahren vor mir. Das Navi führt mich über einen Wanderweg nach Egersund. Ich bin misstrauisch, da doch der letzte Wanderweg der steile Postweg war. Steil wird es auch hier, doch liegen nur noch zweieinhalb Kilometer vor mir und ich kann ja jederzeit umkehren, sage ich mir. Ich schiebe mein Fahrrad steile Wege hoch, über Wiesen an alten Viehverschlägen vorbei. Auf dem Gipfel eine Ansammlung von kleinen Ruinen aus Steinen aufgemauert, sich an die Felsen schmiegend. Dann geht es bergab und an einem abgeschlossenen Gatter, muss ich mein Fahrrad komplett absatteln und drüberhieven.

Ich denke an Patagonien
Eine Ruine von vielen oben auf einem Berg über Egersund

Um 18:00 Uhr bin ich in der Hütte angekommen: 12 qm, Kochplatte, kleine Kiste mit Geschirr, Tisch, Stuhl, Kühlschrank, Wlan – alles was man braucht.

Ruhetag = Arbeiten = Video schneiden. Ich sitze den ganzen Tag am Tisch.

Beim Planen der nächsten Tage stelle ich fest, dass ich nur noch 80 Kilometer vom Treffpunkt mit Jürgen entfernt bin. 80 Kilometer in 4 Tagen… das lässt Raum für Entdeckungen. Nach den positiven Erfahrungen mit dem 240m-Berg und den Wanderwegen, lege ich den ersten 40 Kilometer langen Track in ein Tal, an dessen Ende mich vier Kilometer Wanderweg auf 440 Meter Höhe führen. Die Campingplatzbetreiberin ist passionierte Outdoorfan und meint, dort, wo ich lang wolle, liege kein Schnee mehr.

Die nette Betreiberin des Campingplatzes vor meiner Hütte: 12 qm

Hinter Egersund fahre zunächst über gut ausgebaute Wirtschaftswege über eine Hügelkuppe. Die Landschaft reißt mich mit sich. Voller Elan fahre ich in das Tal, an dessen Ende mich ein wunderschöner Wanderweg erwarten soll, als ich feststelle, dass mein Schlafzimmer weg ist. In einem grünen, wasserdichten Sack sind Isomatte, Kopfkissen und Schlafsack verpackt: Er ist weg. Ich erinnere mich an eine Stelle, an der ich weiß, dass er noch da war, der Packsack. Wenige hundert Meter später habe ich eine Querfeldeintour über eine Wiese gefilmt. Auf dem Filmmaterial ist der Packsack schon nicht mehr zu sehen. Also sieben Kilometer zurückfahren.

Wasserfall bei Egersund
Landschaft
Schöne Wirtschaftswege
Mein Schlafzimmer

Und dann endlich die dreißig Kilometer in das Tal hoch in die Einsamkeit und schließlich auf den Wanderweg.

Landschaft

Was jetzt folgt, weiß ich nicht, ob ich stolz drauf sein soll oder ob es eine große Dummheit ist. Der Wanderweg wird nach 400 Metern zu einer Treppe aus Steinen, zwischen denen eine Rinnsal ins Tal fließt. Immer wieder liegt Schnee auf offenen Flächen, es ist steil. Die Räder meines Fahrrades verkeilen sich immer wieder zwischen den Steinen und ich muss es mit aller Kraft über den nächsten Stein hieven. Ich rutsche mit den Füßen ab und lande in Pfützen – eiskaltes Wasser in den Schuhen. Nach einem Kilometer und 150 Höhenmetern beginne ich mich zu fragen, was ich hier tue. Doch soll ich jetzt die einzige Straße 30 Kilometer zurück nach Egersund fahren?

Der Wald lichtet sich, die Steine werden größer. Nach weiteren dreihundert Metern muss ich einsehen, dass so nicht weiter geht. Mein Fahrrad und ich stecken auf etwa 400 Meter Höhe fest in einer wnderschönen Bergwelt, für die ich gerade vor Erschöpfung nach einem Ruhetag keinen Blick mehr habe. Ich mache mir die Lage klar: Es sind noch zweieinhalb Kilometer bis zum geplanten Lagerplatz. Ich sortiere meine Sachen, nehme mit, was ich zum Übernachten brauche, lasse mein Fahrrad zurück und mache mich auf den Weg. Nach 500 Metern treffe ich auf eine Stelle, an der man ein Zelt aufstellen kann. Ich laufe noch zweimal hin und her und habe dann alle meine Sachen zusammen. Zelt aufbauen, kurz Drohne fliegen, eine Tafel Schokolade essen und in die Luftmatratze fallen. Es werden -6°C werden diese Nacht in der stillen Einsamkeit eines Bergsees, dessen Schönheit ich mich trotz meiner Erschöpfung nicht verschließen kann.

Noch zweieinhalb Kilometer zum geplanten Lagerplatz auf Wanderwegen. Ich teile mein Gepäck in zwei handhabbare Teile auf und bringe zuerst mein Fahrrad nach vorn. Nach 600 Metern treffe ich auf eine Hinweiskarte, die Auskunft darüber gibt, dass ein besserer Weg bereits in einem Kilometer Entfernung zu erreichen ist. 

Der Anblicke einer von Autos befahrbaren Fahrspur in der Landschaft hat mich nie glücklicher gemacht. In meiner Freude will ich nur noch schnell die restlichen Sachen hinterherholen und renne zurück, lasse Handy und andere Wertsachen einfach am Fahrrad zurück, was mir erst auffällt, als ich zurück bei den restlichen Sachen sehen will, wie spät es ist. Ich habe seit nunmehr 24 Stunden keine Menschenseele mehr getroffen, es wird schon keiner an meinem Fahrrad vorbeikommen und wenn doch, muss es zufällig auch noch ein Dieb sein: Unwahrscheinlich. 

Es folgen weitere 600 Meter in Schrittgeschwindigkeit und teilweise schiebend über die Fahrspur bis ich wieder auf einen Wirtschaftsweg treffe und Jürgen anrufe, um mitzuteilen, dass ich wieder in der Zivilisation bin. Einen Kilometer später stelle ich fest, dass meine Regenjacke weg ist. Ich lade alles ab und fahre zurück, finde sie wenig später… Gott sei dank.

Meine Regenjacke

Die heutige Etappe geht bis auf 3 Kilometer nur bergab. Diese drei Kilometer haben aber 240 Höhenmeter in sich. Vorher halte ich zitternd vor Erschöpfung an einem Café und bestelle mir die kalorienhaltigste Nahrung, die es dort gibt: Cheeseburger und belegte Brötchen. Die Frage nach dem kalorienhaltigsten Angebot führt bei den Angestellten übrigens immer wieder zu skeptischen Blicken. Ich glaube, sie fühlen sich verarscht und Antworten weisen immer wieder auf das Essen mit den wenigsten Kalorien hin. Aber meine Frage macht die Norweger auch immer wieder neugierig und sie fragen nach meinen Reiseplänen.

Gestärkt mache ich mich an die Bergetappe, schaffe sie und fahre über viele Kilometer eine leicht abschüssige Straße Richtung Stavanger. Ich höre auf meinen Körper. Ich weiß nicht was er mir sagt, aber es ist irgendwas nicht in Ordnung. Der Weg nach Stavanger Zentrum ist nur fünf Kilometer länger als zu meinem geplanten Nachtlager. Ich buche kurzerhand ein Zimmer in Stavanger. Meine Idee war, morgen meine Sachen bis späten Nachmittag im Hostel zu lassen und dann nach Tau überzusetzen und dort nach ein paar Kilometern einen Platz zum Campen zu suchen. Im Hostel fährt mir die Erschöpfung unvermittelt in die Glieder, die ersten Anzeichen eines Muskelkaters im Oberkörper zeichnen sich ab, ich zittere, habe ein akutes Kalorien- und Flüssigkeitsdefizit, kann mich schwer konzentrieren und muss erfahren, dass es die Fähre von Stavanger nach Tau seit zwei Jahren nicht mehr gibt – es gibt doch jetzt den Autotunnel. Die Alternative sind 50 Kilometer um den Fjord rum: gerade Unvorstellbar. Am Ende telefoniere ich mit Jürgen: Er holt mich Sonntag morgen ab und fährt mich mit dem Fahrrad durch den Tunnel. Ich bleibe zwei Nächte im Hostel. Ich gebe viel Geld für Übernachtungen aus. Wenn das so weitergeht, wird es eine kurze Reise.

Was ist das nun mit mir und dieser Reise. Wir haben unser Auskommen miteinander noch nicht getroffen. Es pendelt zwischen den Extremen hin und her. Ich will etwas Besonderes daraus machen, es ist meine Zeit, ich will Intensität. Ruhe und Überanstrengung wechseln sich in unschöner Reihenfolge ab. 

Reichen meine Erfahrungen aus, um zu entscheiden, was ich will? Nur zu sagen, was ich nicht will, bringt mich gerade nicht weiter. Die Eckpunkte konnte ich benennen: Zu wenig Schlaf, zu wenig Essen, zu viele Kilometer, zu niedrige Temperaturen, zu viel Gewicht auf dem Rad.

Ich entscheide:

Zu niedrige Temperaturen: 

Ich bleibe jetzt in Küstennähe, dort ist es wärmer und die Norweger meinen, dort könnte ich es um diese Jahreszeit zum Nordkapp schaffen. Ich höre aus sie.

Zu wenig Essen:

Spätestens um 16:00 Uhr ist Schluss mit Radfahren, um noch genug Zeit zum Essen kochen zu haben.

Zu viele Kilometer:

Ich plane meine Strecken genauer. Versuchen Höhenmeter zu umgehen. Um 16:00 Uhr ist Feierabend; notfalls gibt es den Öffentlichen Nahverkehr in Norwegen. Ich plane einen Ruhetag pro Woche ein.

Zu wenig Schlaf:

Die milderen Temperaturen an der Küste werden hoffentlich dem Schlaf guttun.

Zu viel Gewicht:

Ich werde radikal aussortieren, was ich nicht brauche, geht zurück. Ziel ist es einen Packsack weniger mitzuschleppen. Dann passt das auch alles besser auf den Heckgepäckträger und ich verliere nicht ständig was.

Die Landschaft hat nichts mit mir zu tun. Ich reibe mich an ihr. Ich sollte damit aufhören.

9 Replies to “Tag 13 – 19 Kristiansand – Stavanger”

  1. Martina

    Lieber Thomas,
    Matthias und ich wünschen Dir viel Kraft! Du wirst ganz bestimmt die richtigen Entscheidungen treffen und nach und nach Deinen Weg finden 👍.
    Spruch meiner Oma: Man wächst an seinen Aufgaben. Ohne Widerstände zu überwinden, gibt es kein wahres Glück.
    Als Jugendliche fand ich solche Sprüche immer doof. Heute weiß ich es zu schätzen, dass sich darin das echte Leben widerspiegelt.
    Also „halt die Ohren steif“ und die Nase schön warm.
    Matthias und ich sind in Gedanken bei Dir und freuen uns über jeden Beitrag und jeden schönen Film.
    Viele liebe Grüße aus dem Martina und Matthias

    Reply
  2. Diana

    Bei uns hat sich als praktisch erwiesen:
    Pausen 😉, Trinken alle 5-10 km, Essen 5x am Tag, Studentenfutter/ Nüsse und Obst in der Frontbox und eine Thermoskanne mit bereits am Morgen gekochtem Kaffe/Tee…. könnte das Wohlbefinden steigern!
    Die Packsäcke zusätzlich mit einem Gurt durch die Rollverschlüsse sichern!
    Immer alles in die Taschen zurückpacken! 😉
    Es gibt zu den Vaude Packtaschen passend ein TopCase (in schwarz), das wird mit zwei Steckschnallen an die Packtaschen angesteckt und ein Gurt geht zusätzlich um die Sattelstütze, Volumen 30L.
    Wir haben es auch mit 1 Tag Pause pro Woche probiert, einige 🌍Fahrradreisende haben aber 2 Tage off.
    16:00 Uhr runter von der Straße, ein gutes Ziel! 👍

    Gute Fahrt weiterhin! 🚴🏻‍♂️🚴🏻‍♂️

    Reply
    1. thomas Post author

      Hallo Diana,
      die Tips zum Essen und Trinken finde ich super.
      Witzig ist, dass ich die Idee mit dem TopCase auch hatte und es mir von Jürgen nachbringen lasse. Das eigentliche Problem ist, dass ich zu viele Sachen auf dem hinteren Gepäckträger habe, so dass da immer was wegrutscht. ich muss also ausmisten und hoffe dann mit einem Packsack weniger auszukommen.
      Lieben Dank an Dich und die Anderen für die lieben Worte.
      Thomas

      Reply
    2. Diana

      Hi Thomas,

      Gerne doch!
      Ich glaube zwischen Sattelstange und TopCase passte noch ein Packsack oder Falt-Stuhl und -Tisch.
      Wir sind auch so mit der Dreier Kombi hinten auf dem Rad gefahren.
      Da wir Komfort lieben ist es halt ebenfalls ein bisschen mehr.
      Das Hinterrad hat wegen zu viel an Gewicht gelitten und die Speichen wurden locker.
      Inzwischen fahren wir einen gefederten Einachs Anhänger (Bob IBEX mit 90 L Packtasche). So hört das Hineinstopfen und Pressen von den Sachen endlich auf und das Gewicht ist besser verteilt. Auch an die 4 Packtaschen hat man so immer direkten Zugriff.
      Viele Grüsse im übrigen 26 Km von Eurem Zuhause in SH!

      Diana

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  3. Hanne

    Hallo Thomas!
    Da wurden dir ja buchstäblich viele Steine in den Weg gelegt. Ratschläge hast du viele bekommen, die du bestimmt beherzigen wirst und du hast Zeit. Setze dich nicht so unter Druck. Jetzt wünschen wir dir eine tolle Zeit mit Jürgen.
    LG Hanne u Helmut

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  4. Ha-Jo

    Hallo Thomas;
    deine Beschreibung ist sehr spannend. Auf meiner Nordkatour (2016) stand ich anfangs auch vielfach „neben der Kappe“ das wird sicher besser und es kommt Routine rein. Ich verfolge gerade auch einen VLog/Blog von Angelika und Reinhard „SaddleStories“ , die sind letzten August (etwas spät von der Jahreszeit) zum Nordkap mit dem Rad gefahren. Ich glaube die Route ähnelnd deiner sie haben die Tour auch in einem Blog beschrieben. Vielleicht bekommst du da auch noch Anregungen. Ich hoffe das Wetter meint es gut mit dir. Ich bin auf meiner Tour erst ab Narvik an der der Küste entlang gefahren. Das stetige rauf und runter an den Fjorden hat mir sehr zu schaffen gemacht. Ich hoffe du kannst es besser ab. Ich fiebere mit!!
    Gruß Ha-Jo

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  5. Gennaro Luvino

    Hallo Thomas,
    jetzt habe ich neben deinem Youtube Kanal auch noch deine Homepage gefunden.
    Vorweg.. ich finde dein Vorhaben interessant, mutig und sehr spannend.
    Falls Du vorhaben solltest auf der Norwegenseite rauf zum Nordkap zu radeln rate ich Dir besser auf der Schwedenseite am Meer entlang Richtung Kap zu radeln. Ist viel entspannter und einfacher. Auf der Norwegenseite kannst ja dann zurück radeln..
    Wir sind letztes Jahr vom Nordkap die ersten 4 Tage mit unserem Bus auf der Norwegenseite Richtung Süden gefahren.. Wunderschön aber glaube mir das war mit dem Bus schon endlos lang und auch anstrengend.
    Bis die Tage mal wieder.
    Viele Grüße Gennaro

    Reply
    1. Ha-Jo

      Den Radschlag hatte ich auch im Kopf, ich bin 2016 über Kiruna (Scheden) am Tornetrask See entlang nach Narwig reingekommen und dann die Küste entlang hoch. Für diese Route ist aber noch zu früh in der Jahreszeit. Es geht von den Temperaturen nur an der Küste entlang. Da kann man nur empfehlen, nicht strickt der EV1 folgen und nicht alle Inseln mit nehmen und ab und zu auf öffentliche Verkehrsmittel auszuweichen.
      Gruß Ha-Jo

      Reply
  6. Jürgen

    Das ist schon ein großes Projekt und da müssen ein bisschen Zeit und Geduld dabei sein, damit das mal richtig anläuft. Achte auf dich und pass gut auf dich auf.

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