Chambers – Holbrook

Den Wind im Rücken entere ich die Interstate und fahre nach Holbrook. Ich erinnere mich daran, dass ich eine Etappe geplant habe, auf der ich nur auf der Interstate fahren werde. Heute ist dieser Tag. Die Landschaft wird karger, ist aber nicht mehr so spektakulär, wie die gestern. Also mache ich weniger Pausen und stehe um 13:00 Uhr vor dem Wigwam Motel in Holbrook. Früher standen diese Indianerzelte aus Beton entlang der gesamten Route 66, nur wollte niemand in ihnen übernachten, weil sie doch sehr wenig Komfort bieten und so sind sie genauso schnell wieder von der Bildfläche verschwunden, wie sie entstanden sind. Heute stehen die wenigen erhaltenen Wigwam Motels unter Denkmalschutz.

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Im Internet lese ich, dass empfohlen wird, mindestens zwei Wochen vorher zu reservieren. Ich fahre einfach hin und treffe beim Fotografieren des Motels auf die Reinigungskräfte, die ich einfach frage, ob noch ein Wigwam frei ist. Ich habe Glück und erhalte Nummer 14.

In der Lobby treffe ich später den Besitzer Charleston des Motels und erfahre ein wenig zur Geschichte des Motels. Es sollte nämlich abgerissen werden, sein Bruder aber erkannte die Bedeutung für die Geschichte der Route 66 und setzte sich für den Erhalt ein. Sein Bruder erlebte den Triumph jedoch nicht mehr, stattdessen baute er das Motel erfolgreich wieder auf.

Natürlich fängt er noch eine Diskussion über Politik an, will wissen, was ich von den Flüchtlingen halte und Donald Trump und … Donald Trump startet gerade seine Charme-Offensive der Parteispitze gegenüber. Ted Cruz gerät nach seiner Haltung bei den Anschlägen in Brüssel in die Defensive. Seine Brandreden und impliziten Kriegsankündigungen kamen gar nicht gut an beim Wahlvolk. Donald Trump hatte da zwar keine ganz so andere Meinung, aber der sagt eh immer was anderes. Charleston weiß nicht, wen er wählen soll, weshalb er wohl gar nicht wählen wird. Er hält alle Politiker für korrupt. Er erklärt auch, warum die Route 66 gerade so erfolgreich ist. Sie ist ein Symbol der 50er und 60er Jahre als es den USA wirtschaftlich sehr gut ging.

2 Replies to “Chambers – Holbrook”

  1. Wolfgang

    Oh, nun hast du mich „überholt“! ich dachte, du nächtigst im „Petrified Forest“ mit den versteinerten Bäumen, aber da ging es wohl zu gut bergab ??
    Von Donald hört man hier gerade etwas weniger, da haben wir Europäer wohl gerade genug anderes um die Ohren…
    Ich hoffe, der Wigwam war ausreichend kuschelig und dass es für altersgerechte Indianerträume gereicht hat: Squaw oder Skalp?
    Liebe Grüße von WaWo?

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  2. Werner Jürs

    Hallo Thomas!
    Hätte nicht gedacht, dass du im Wigwam Motel übernachtest. Wie ich schon mal schrieb, überhole ich dich manchmal. So auch nach Holbrook. Ich wollte dir erst von dem Motel schreiben. Habe dann aber gedacht das es zu teuer sein wird. Habe die Wigwams schon mal im Fernsehen gesehen und war begeistert davon. Würde gerne noch einmal von der Inneneinrichtung Bilder sehen.
    l.G.M.

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