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Eigentlich hatte ich gehofft, gestern noch einen Beitrag schreiben zu können, doch Tags zuvor habe ich einen Anruf von der Arbeit bekommen, ob nicht noch zwei Nächte arbeiten könnte. Kann ich, habe ich mich dann sagen hören. Manchmal ist der Mund schneller als der Verstand. Ich glaube aber, dass es dann doch ganz gut war, zu arbeiten, da ich so nicht mehr ganz so viel Zeit hatte, aufgeregt zu sein. Dazu gleich noch mehr…

Zunächst: Mein Fahrrad ist fertig!

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Dicker Brummer.

Und ich habe angefangen, meine Sachen zu packen:

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Erst mal alles auf einen Haufen.

Nach dem Nachtdienst habe ich gestern ziemlich schlecht geschlafen. Die ganze Zeit musste ich an diese Reise denken und malte mir die unterschiedlichsten Szenarien aus, was alles passieren könnte: Angefangen bei „die lassen mich gar nicht erst rein ins Land“ bis zu „ich werde irgendwo erschossen“. Ich denke mir die ganze Zeit „was habe ich mir bloß dabei gedacht, ohne Geld für Unterkünfte in ein fremdes Land zu fahren?“

An diesem Punkt merke ich, dass ich doch sehr auf Sicherheit bedacht bin und diese Situation, dass sich sehr wahrscheinlich nicht alles genau planen lässt, kann ich sehr schwer aushalten. Mein Blutdruck spielt verrückt; dieses Rauschen im Kopf.

„Mein Sicherheitsbedürfnis“ denke ich immer wieder und dann fällt mir ein, dass die meisten der Vorurteile über die USA, die ich in Erfahrung gebracht habe mit ´Aspekten der Sicherheit´ zu tun haben. Damit komme ich auch auf den Gedanken der Freiheit, die ich mir nehme, indem ich diese Reise durchführe. Wenn ich die Erfahrung der Freiheit, drei Monate mit dem Fahrrad durch die Welt zu fahren, haben möchte, werde ich auf einen Teil meiner Sicherheit verzichten müssen. Wie groß dieser Verzicht wirklich ist, wird sich erst zeigen. Darauf bin ich sehr gespannt, denn die Angst ist Ergebnis von Vorurteilen, die sich gerade Bahn brechen. Und mit Vorurteilen will ich mich ja auseinandersetzen.

Eine Freundin war auf der Suche nach einem neuen Freund und meldete sich bei einer Partnervermittlung an. Ein Rat an sie war: „triff Dich so schnell wie möglich mit dem möglichen Anwärter, denn jedes Warten erzeugt Ideen von diesem Menschen, den man nicht kennt, so dass dieser am Ende den Erwartungen gar nicht mehr gerecht werden kann“. Es wird Zeit, dass ich los komme, damit dieses Kopfkino aufhört.

4 Replies to “4”

  1. Karsten

    Guten Morgen Thomas!

    Mal ab davon das mir grad kein Grund einfällt, warum man nun ausgerechnet einen Fahrradfahrer erschießen sollte. Wenn du ein dickes Auto unter dem Hintern hättest, ein Wohnmobil oder eben etwas sehr wertvolles, würden mir da je nach Position auf der Karte schon ein paar Gründe mehr einfallen… 😉

    Also Kopf hoch!

    Ich bin gespannt auf deine Berichte!

    Gruß
    Karsten

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  2. Werner Jürs

    Hallo Thomas und „Guten Morgen“
    Habe gerade den Bericht von Dir und Karsten gelesen und stelle fest, das Kopfkino kann man wohl doch nicht ganz ausschalten, und das ist auch gut so, denn Vorsicht ist besser als Nachsicht.
    Mutter Schläft noch!!
    Gruß
    Vatter!

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  3. hanne hartung

    Hallo Thomas!
    Wir verfolgen deine Tour mit Spannung undÄngsten um dich.
    Das Land ist groß und viel Schnee gibt es auch aber das weißt du ja selbst. Man muss sehr viel
    Mut haben für so eine Tour. Nun wünschen wir dir viel Erfolg, tolle Erfahrung, wenig schnee und
    viele interessante Menschen denen du begegnest.
    Pass auf dich auf!!!!,Gutes Gelingen!Liebe grüße an Jürgen.
    helmut und hanne

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